Open-Source-Plattform Entomoscope 2.0 unterstützt großes Citizen-Science-Projekt in Dänemark

Open-Source-Plattform Entomoscope 2.0 unterstützt großes Citizen-Science-Projekt in Dänemark

  • Quelle:

    IAI

  • Datum: 14.09.2026
  • Mehr als 30.000 Schülerinnen und Schüler aus 532 Schulen beteiligen sich am dänischen Masseeksperiment 2026 – Ukendt insekt („Unbekanntes Insekt“). Die von Astra, dem nationalen Zentrum für naturwissenschaftliche Bildung in Dänemark, organisierte Initiative verbindet schulisches Lernen mit aktueller Biodiversitätsforschung. Im Mittelpunkt stehen kleine, häufig übersehene Insekten, über deren Vielfalt und Verbreitung bisher vergleichsweise wenig bekannt ist.

     

    Die Schulklassen sammeln und dokumentieren ihre Funde und stellen Forschenden Untersuchungsmaterial zur Verfügung. Zum Forschungsprogramm gehören DNA-basierte Analysen, die helfen sollen, die Insektenvielfalt Dänemarks besser zu erfassen. Wissenschaftliche Partner sind das Naturhistorische Museum Dänemarks an der Universität Kopenhagen, die Universität Aarhus und die Norwegische Universität für Wissenschaft und Technologie (NTNU).

     

    Ergänzend können Schulklassen Angebote von Naturschulen wahrnehmen und dort mit Entomoskopen arbeiten. Die kostengünstigen Open-Source-Fotomikroskope ermöglichen es, feine Insektendetails zu betrachten und hochwertige Bilder aufzunehmen. Sie unterstützen damit sowohl die Dokumentation von Proben als auch die Vermittlung von Wissen über Biodiversität.

     

    Nick Böse und Hossein Shirali, beide Mitglieder der Arbeitsgruppe „Biomedical Engineering & Robotics“ von Prof. Christian Pylatiuk am Institut für Automation und angewandte Informatik (IAI) des KIT, unterstützten die Umsetzung in Dänemark. Nick Böse half dem Team am Naturhistorischen Museum in Kopenhagen beim Aufbau von 20 Entomoskopen. Hossein Shirali unterstützte die Softwareinstallation sowie Anpassungen für den Einsatz.

     

    Zum 10. September 2026 waren 17 Naturschulen in Dänemark mit Entomoskopen ausgestattet und in deren Bedienung geschult. Die Einrichtungen nutzen die Geräte für die Fotodokumentation und als Bildungs- und Vermittlungswerkzeug bei Besuchen von Schulklassen.

     

    Die Plattform Entomoscope wurde am IAI in Zusammenarbeit mit dem Museum für Naturkunde Berlin (MfN) entwickelt. Die Weiterentwicklung Entomoscope 2.0 verbindet die Hardware mit der Open-Source-Software ENIMAS 2.0 zur Digitalisierung und computergestützten Auswertung von Insekten.

     

    Die zugrunde liegende Forschung wurde unter anderem durch das EU-Projekt FORSAID – Forest surveillance with artificial intelligence and digital technologies unterstützt. FORSAID entwickelt Technologien zur Früherkennung und Überwachung von Forstschadinsekten. Die Nutzung der Entomoskope im dänischen Bildungsprojekt veranschaulicht, wie offen zugängliche Forschungstechnologie über ihren ursprünglichen Anwendungskontext hinaus eingesetzt werden kann.

     

    Die Zusammenarbeit mit Mike Lorenzen, Frida Løkkegaard Pust und dem Team in Kopenhagen verbindet technische Entwicklung, praktische Unterstützung und naturwissenschaftliche Bildung. Sie macht kleine Insekten sichtbar und eröffnet Schülerinnen und Schülern einen direkten Zugang zu Methoden der Biodiversitätsforschung.

     

    Weiterführende Informationen

    Astra: Hintergrund und Umfang des Masseeksperiments 2026 (Dänisch)

    Masseeksperiment: Angebote der Naturschulen mit Entomoscope (Dänisch)

    Universität Kopenhagen: Entomoscope im Bildungsangebot (Dänisch)

    Shirali et al.: Entomoscope 2.0 and ENIMAS 2.0 — Preprint (Englisch)

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