
Stromnetze: Rätsel um 60-Sekunden-Schwankung gelöst
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Quelle:
IAI, KIT - News 2026
- Datum: 03.11.2026
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Im europäischen Stromnetz tritt alle 60 Sekunden eine kurze Schwankung der Netzfrequenz auf. Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und ihre Partner haben nun die Ursache dieses bislang ungeklärten Phänomens gefunden, das für Energieinfrastrukturen potenziell problematisch ist: Große Batteriespeicher fragen regelmäßig ihren Ladezustand ab und erzeugen dadurch gleichzeitig kurze Leistungsspitzen.
„Die Abfrage der Batteriespeicher erzeugt zu Beginn jeder Minute eine kurze Leistungsspitze“, sagt Tenure-Track-Professor Benjamin Schäfer, Leiter der Helmholtz-Nachwuchsgruppe Daten-getriebene Analyse komplexer Systeme (DRACOS), einer der Autoren der Studie. „Wenn viele Geräte ihre Abfrage zur gleichen Zeit durchführen, summiert sich ein eigentlich kleiner Effekt zu einer messbaren Schwankung im Stromnetz.“
Die regelmäßigen Leistungsschwankungen könnten langfristig zu Problemen in der Energieinfrastruktur führen, betont Dr.-Ing. Richard Jumar, Leiter des Energy Grids Simulation and Analysis Laboratory (EGSAL), der ebenfalls an der Studie beteiligt war. „Die Schwankungen erhöhen unter anderem den Verschleiß von Turbinen in Wasserkraftwerken.“ Das Problem ließe sich aber vergleichsweise einfach lösen: „Würden die Geräte ihre Leistungsabfragen zeitlich versetzt statt synchron durchführen, könnten sich die einzelnen Spitzen weitgehend ausgleichen“, so Jumar.
Die Ergebnisse des Forschungsteams sind in Nature Energy veröffentlicht.
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